Weltdrogentag - Neue Wege im Umgang mit Drogenkonsum

25.06.2019, Pressemitteilung Bundestag

„Der weltweite Konsum von nicht legalen Drogen ist weiterhin auf einem hohen Niveau. Es ist längst eine unübersehbare Realität, dass die Verbote den Drogenkonsum nicht reduzieren. Doch die Prohibitionspolitik der Bundesregierung verschließt davor die Augen und hält an einer längst veralteten und gesundheitsschädlichen Praxis fest: Denn Verbote führen zu unnötigen gesundheitlichen Risiken – da Drogen nur über den Schwarzmarkt erhältlich sind“, erklärt Niema Movassat, drogenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des morgigen Weltdrogentages. Movassat weiter:

„Eine progressive Drogenpolitik muss die Ursachen des Drogenkonsums reflektieren. Einerseits werden Drogen als reines Genussmittel konsumiert. Menschen, die sich beispielsweise für einen Joint statt für ein Feierabendbier entscheiden, darf nicht das Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen werden. Zugleich müssen wir auf eine gesellschaftliche Veränderung hinwirken, sodass Drogen nicht gängiges Mittel zur Leistungssteigerung oder zur Bewältigung und Verdrängung von Problemen sind – das gilt für Alkohol wie für Cannabis, Kokain etc.

Solange den Menschen keine ausreichende Perspektive für ein gutes Leben geboten wird, solange Menschen in prekären Lebens- und Wohnsituationen verweilen müssen, solange die Leistungsanforderungen in der Arbeitswelt weiter zunehmen – solange besteht ein erhebliches Risiko, dass legale und illegalisierte Drogen nicht mehr nur als Genussmittel konsumiert werden, sondern sich mit deren Konsum Abhängigkeiten entwickeln. Die Drogenpolitik muss sich vielmehr mit den Ursachen problematischer Konsummuster befassen und sozialen Ungleichheiten entgegen wirken, anstatt Drogenkonsum als Symptom zu kriminalisieren.“

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