Vorurteile nicht bestärken – Zum Vorfall am Borbecker Gymnasium

14.04.2016, Pressemitteilung Essen

Das ein Schüler mit arabischen Wurzeln wegen eines T-Shirts mit arabischer Schrift nachhause geschickt wurde, ist ein Skandal. Das Borbecker Gymnasium hat völlig überzogen reagiert. Dazu Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE aus Essen:

 „Ich bin empört darüber, dass ein so junger Schüler an den Pranger gestellt wird, weil er ein T-Shirt mit einer arabischen Aufschrift trägt unter dem in lateinischer Schrift Paris stand. Es zeigt den Grad an Paranoia an, der nun auch Essen erreicht hat. Paris im Zusammenhang mit Arabisch wird mit Terrorismus in Verbindung gebracht oder gleichgesetzt, egal wo, egal wie. Gerade in Essen ist dies ein großes Problem, wo doch 20.000 Menschen mit arabischen Wurzeln in unserer Stadt leben und dadurch nur weiter stigmatisiert werden. Daher fordere ich eine Entschuldigung der Schulleiterin, gerade wo doch laut WAZ ein solches T-Shirt auch von deutsch aussehenden Kindern getragen wurde, ohne Konsequenzen.“

Sonja Neuhaus, Kreissprecherin der Partei DIE LINKE und Mitglied im Schulausschuss dazu: „Es ist nicht das erste Mal, dass Essener Schulen mit antimuslimischen Rassismus auffallen. Anstelle von Inklusion wird hier Panikmache betrieben.  Schulleiterin Heike Walbrodt-Derichs bedient damit die Stigmatisierung, die seit Jahren in unserer Gesellschaft zunimmt. Wir dürfen nicht zulassen, dass Rassismus unser Handeln bestimmt und die Verbindung Muslim, Paris und Arabisch gleich Terrorismus bedeutet. Darf Paris dann nur noch in lateinischer Schrift geschrieben werden?“

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