Veranstaltung zur Betuwe Linie in Dinslaken

24.08.2009, Diverses

Am Dienstag, den 18.08., führte DIE LINKE. Dinslaken eine Veranstaltung zur Betuwe Linie durch. Auch ich war als Referent eingeladen, genauso Vertreter der IG BISS und ein niederländischer Sicherheitsexperte. Erst gar nicht auf die Anfrage reagiert hatten die Deutsche Bahn und die Stadt Dinslaken. Die Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht“ hatte sich entschuldigt, weil sie während des Wahlkampfes eine Veranstaltungen zusammen mit Parteien durchführt und nicht gemeinsam mit der IG BISS auftritt.

Die Veranstaltung zeigte noch mal sehr deutlich die Probleme bei der derzeitigen Planung der Betwue Linie auf, die durch deutsch-niederländischen Vertrag von 1992 beschlossen worden ist. Sie wird nämlich durch zahlreiche Siedlungsgebiete führen. Ab 2015 werden ca. 480 Güterzüge am Tag rollen, also alle drei Minuten ein Zug. Zum Vergleich: 2006 waren es nur 60 Güterzüge auf dieser Strecke. Dazu kommen natürlich noch die Personenzüge. 60% der Güter werden Gefahrgut sein, da die Niederlande ihre Gefahrgüter auf diese Linie konzentrieren werden.

Die Forderung der IG BISS ist, die Betwue Linie neben der A 3 herzuführen, um so möglicht wenige Siedlungen zu streifen. Ansonsten werden ca. 470.000 Menschen mit dem Lärm und 1.000.000 Menschen mit den Sicherheitsgefahren konfrontiert sein. Denn: Der Sicherheitsstandart ist nicht ansatzweise vergleichbar mit dem in den Niederlanden, wo alle 500 Meter (in Siedlungsgebieten alle 250 Meter) Sicherheitstüren sind. In Deutschland gibt’s nur alle 1.000 Meter Sicherheitstüren. Auch haben die Niederlande ein Hydranten- und Wassergrabensystem aufgebaut, dass zusätzlich jede Menge Schutz bietet. Ferner wurde sehr auf guten Schallschutz gesetzt und möglichst siedlungsfern gebaut.

Zwar hatte das Thema „Lärm“ bisher eine durchaus hohe Priorität. Aber das Thema „Sicherheit“ spielt bisher so gut wie keine Rolle. Nach dem Zugunglück in der Toskana wurde noch mal deutlich: Hier besteht Handlungsbedarf. Der Bund wäre gut beraten, sein Konzept zu überdenken. Und die Gemeinden wären aufgefordert, auch Druck in Richtung siedlungsferner Bebauung zu machen. Das Thema ist übrigens auch nicht neu: Schon 1993 hat sich bspw. der Stadtrat von Emmerich mit dem Thema siedlungsferner Bebauung der Betuwe Linie beschäftigt. Leider wollte aber niemals jemand die Stimmen der Kritiker hören. Daher ist es gut, dass die IG BISS diesem Thema nun endlich wieder hörbar Geltung verschafft.

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