Süddeutsche Zeitung: "Als würden wir nicht existieren"

21.06.2016, Presseecho

Süddeutsche Zeitung, 19.06.2016, Sasha Chavkin, Katrin Langhans und Dana Ullmann

Hirten und Kleinbauern sollen in Tansania vertrieben werden. Die Weltbank und die Bundesregierung billigen ein Vorhaben, das die Rechte indigener Völker verletzt. […]

Schon vor Projektbeginn hatten Hirten und Menschenrechtsorganisationen berichtet, mindestens 5000 Ureinwohner seien vertrieben worden oder hätten ihre Lebensgrundlage verloren. Bei Aktionen auch staatlicher tansanischer Kräfte sei es zu Todesfällen, Vergewaltigungen und anderen Menschenrechtsverletzungen gekommen. So dokumentiert es eine Untersuchung der Indigenen-Organisation IWGIA. Weitere Landkonflikte wurden in den vergangenen Jahren vom Hilfswerk Misereor und einem Gutachten im Auftrag der tansanischen Regierung festgehalten. […]

Der Linken-Entwicklungspolitiker Niema Movassat ist der Ansicht, dass Deutschland trotz der Versprechungen nicht zum Schutz von Indigenen beitrage: "Die Bundesregierung hat zahlreiche problematische Projekte nicht verhindert, obwohl es einschlägige Beweise für Vertreibungen und andere Missstände gab", sagt er.

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