Schriftliche Frage für den Monat Juli 2015 zu Namibia

19.08.2015, Schriftliche Fragen

Schriftliche Frage Nr. 7-724

Was genau hat der Ständige Vertreter der Deutschen Botschaft in Namibia, Ulrich Kinne, mit diesen zwei getrennt gefällten Aussagen Anfang Juli gemeint: "Right now the governments of Germany and Namibia are in discussion on an  appropriate and dignified approach to our common history in order to avoid hijacking of history by interested groups for short-term political gain", sowie "We will not respond to the ultimatum by individual groups, but everything will go through the Namibian Government as has always been." und wer sind diese genannten "interested" und "individual groups" in Namibia, Deutschland oder international, vor denen mit dieser Aussage gewarnt wird?

Antwort:

Die Bundesregierung bekennt sich vor dem Hintergrund des Kolonialkrieges des Deutschen Reiches im damaligen Südwestafrika 1904-1908 ausdrücklich zu einer besonderen historischen Verantwortung Deutschlands gegenüber Namibia und allen seinen Bürgerinnen und Bürgern. Die Bundesregierung hat klargestellt, dass sie die Ereignisse von 1904-1908 aus historischer Sicht als Völkermord betrachtet. Sie befindet sich mit der namibischen Regierung in einem Dialog, dessen Ziel es ist, eine würdige Kultur des Gedenkens und Erinnerns an die damaligen Geschehnisse zu finden und die bilateralen Beziehungen auf der Grundlage der gemeinsamen Geschichte in der Zukunft zu führen. Für die Bundesregierung ist die gewählte namibische Regierung die zuständige Ansprechpartnerin. Gleichwohl verschließt sie nicht dem Gespräch mit anderen. Hieraus hat Geschäftsträger a.i. Ulrich Kinne bei zwei unterschiedlichen Anlässen hingewiesen; er hat weder Interessengruppen bennant, noch vor ihnen gewarnt.

Dr. Markus Ederer
Staatssekretär

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