Rechtssicherheit für Drug-Checking schaffen

20.04.2021, Anträge

Gesetzentwurf - Drucksache Nr. 19/20628

Trotz der Drogenprohibition konsumieren in Deutschland drei bis vier Mio. erwachsene Menschen gelegentlich oder regelmäßig Cannabis. Bei den zwischen 18- und 64- Jährigen konsumieren zudem in der Zwölf-Monats-Prävalenz 1,2 % Amphetamine, 1,1 % Ecstasy, 1,1 % Kokain und 0,9 % neue psychoaktive Substanzen (DHS Jahrbuch Sucht 2020, S.123 bis 125). Die Konsument*innen versorgen sich über den Schwarzmarkt. Dadurch sind sie erheblichen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Oftmals geht von zugesetzten Streckmitteln und Beimengungen auch anderer Drogen oder Verunreinigungen eine größere Gefahr aus als von der Substanz selbst. Zuletzt wurde medial über die Gefahren durch mit synthetischen Cannabinoiden besprühtes Cannabis berichtet (www.vice.com/de/article/m7a533/chemisch-gestrecktes-cannabis-so-grossis…).

Solange Substanzen nicht staatlich kontrolliert hergestellt und vertrieben werden, besteht das Problem, dass Konsument*innen keine Kenntnis über den Wirkstoffgehalt und die weiteren Inhaltsstoffe haben. Hier kann Drug-Checking Leben retten. Es kann dadurch nicht nur mittels einer chemisch-toxikologischen Substanzanalyse der Konsum von überdosierten, gestreckten oder verunreinigten Drogen verhindert werden. Sondern Drug-Checking ist zugleich auch eine zielführende Methode zur Kontaktaufnahme mit potentiellen oder schwer kontaktierbaren Drogenkonsument*innen, die auf dem klassischen Weg der Drogenhilfe nicht erreicht werden. Dieses niederschwellige und lebensweltorientierte Angebot vermittelt Safer-use-Botschaften an Konsument*innen, die solche Informationen ansonsten nicht erreichen würden (Grabenhofer u. a. 2018: Drug Checking und Aufklärung vor Ort in der niederschwelligen Präventionsarbeit; in:von Heyden u. a. (Hrsg.): Handbuch Psychoaktive Substanzen).

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