Pharmazeutische Zeitung: "Keine Opioidkrise in Deutschland"

13.12.2019, Presseecho

Pharmazeutische Zeitung, 13.12.2019, Christina Müller

[...] Opioide verursachen in den Vereinigten Staaten etwa 170 Todesfälle pro Tag, schreibt der drogenpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, Niema Movassat, in der Vorbemerkung zu der Kleinen Anfrage, die er federführend für seine Partei vorgelegt hatte. Darin erkundigt er sich bei der Bundesregierung unter anderem nach der Wahrscheinlichkeit dafür, dass Deutschland eine vergleichbare Epidemie heimsuchen könnte. [...]

Linken-Politiker Movassat wägt ab: »Es ist ein Stück weit eine Gratwanderung, einerseits das Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial der Opioide behutsam zu berücksichtigen, und andererseits Schmerzpatienten die notwendige Schmerztherapie nicht vorzuenthalten. In den USA ist dies gründlich schiefgegangen.« Er warnt davor, wirtschaftlichen Interessen im Gesundheitswesen zu viel Raum zu geben. »Auch wenn in Deutschland die Verschreibung von Opioiden viel stärker reglementiert ist, mit der fortschreitenden Ökonomisierung des Gesundheitssystems steigt die Gefahr, dass Profitinteressen der Pharmaindustrie zulasten der Interessen von Patienten weiter in den Vordergrund rücken.«

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