Liebe Tafel, tut das nicht

22.02.2018, News Essen

Die Essener Tafel hat entschieden, keine weiteren Menschen mit nicht-deutschen Pass Zugang zur Tafel zu gewähren. Tafel Vorsitzender Jörg Sator begründete dies damit, dass er wolle, dass die „deutsche Oma weiterhin zu ihnen komme.“

Für Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE für Essen ist das Vorgehen unverständlich:

„Herr Sators Begründung ist dünn. Denn um ältere Menschen zu schützen, braucht man nicht Menschen mit nicht-deutschem Pass von der Tafel auszuschließen. Von diesem Ausschluss sind ja auch alte Menschen und Frauen mit nicht-deutschen Pass betroffen. Wir sehen hier die Verschiebung von gesellschaftlichen Diskursen nach rechts. Wenn selbst gut bürgerliche Vereine wie die Tafel anfangen chauvinistische Entscheidungen zu treffen, ist was faul im ‚Staate‘ Ruhrgebiet.“

Der Abgeordnete fordert die sofortige Abschaffung dieser Praxis: „Was die Tafel braucht, was die ganze Stadt braucht, sind mehr Sozialarbeiter und Menschen, die sich um die Kommunikation bemühen und Integration vorleben. Was wir jetzt erleben ist ein undemokratischer Ausschluss von Menschen, der an ganz andere Zeiten erinnert. Essen muss nach Bedürftigkeit und nicht nach Nationalität verteilt werden.“

Daniel Kerekes, Vorsitzender der Essener Linken, ergänzt:

„Es ist Aufgabe des Staates, nicht von Vereinen, dafür zu sorgen, dass die Existenzgrundlagen von Menschen gewährleistet werden. Dazu gehört der Zugang zu Nahrungsmitteln. Deshalb ist es eine Schande, dass in einem der reichsten Länder der Welt eine Institution wie die Tafel notwendig ist. Wenn dann noch private Vereine, die essentiell für arme Menschen sind, bestimmte Gruppen wegen ihrer Nationalität ausschließen, zeigt das umso mehr, dass der Staat eine Verantwortung hat, sich endlich um eine vernünftige Sozialpolitik zu kümmern.“

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