junge Welt: Polizeigewalt am 1. Mai - Große Demonstrationen gegen Kapitalismus und Neonazis

04.05.2015, Presseecho

junge Welt, 04.05.1995, Markus Bernhardt

[Es kam] am 1. Mai in mehreren Städten zu Aufmärschen, Kundgebungen und auch brutalen Angriffen von Neofaschisten. […]Wo es nicht zu Attacken von Neofaschisten auf Gewerkschafter und Neonazigegner kam, übernahm die Polizei dies. So wurde aus verschiedenen Städten vermeldet, dass Beamte mit Schlagstockeinsätzen und Pfefferspray sowie mancherorts auch mit Hunden und Reiterstaffeln gegen antifaschistische Proteste vorgegangen seien.

So etwa im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach, wo 2.000 Menschen gegen schlappe 150 NPD-Anhänger demonstrierten. Oder auch in Essen, wo es einer weit überlegenen Masse von Demonstranten gelungen war, zeitweise einen Aufmarsch der neofaschistischen Partei »Die Rechte« zu blockieren.

Vor allem in Oberhausen und Duisburg, wo »Pro NRW« bzw. die extrem rechten »Republikaner« mit jeweils nicht einmal zwei Dutzend Anhängern Hasskundgebungen abhielten, griffen die Beamten linke Gegendemonstranten an. In Oberhausen habe der »brutalste Polizeieinsatz seit Jahren« stattgefunden, berichtete etwa der dortige Linke-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat, der später selbst Strafanzeige gegen polizeiliche Gewalttäter erstattete.

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