junge Welt: "Kleinverbraucher werden verstärkt kriminalisiert"

11.06.2018, Presseecho

junge Welt, 11.06.2018, Kristian Stemmler

"Das Bundeskriminalamt, BKA, hat vor kurzem veröffentlicht, dass 2017 über 330.000 Straftaten im Zusammenhang mit Drogen registriert wurden, bei fast 200.000 davon ging es um Cannabis. In der Mehrzahl handelte es sich um »konsumnahe Delikte«. Was heißt das?

Unter dem Begriff der »konsumnahen Delikte« versteht das BKA Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, die vor allem den Besitz und Erwerb von Betäubungsmitteln betreffen. Bei Cannabis geht es bei nur 17 Prozent der erfassten Straftaten um Handelsdelikte – also den Handel und Schmuggel. Es werden größtenteils nicht die »großen Fische« strafrechtlich verfolgt.

Es sind also vor allem die Drogenkonsumenten, die kriminalisiert werden?

Genau. Kleinkonsumenten werden vom Staat verstärkt kontrolliert und kriminalisiert. Dabei sollte niemand, der anstatt eines Biers einen Joint bevorzugt, strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten haben."

 

Tags Cannnabis Drogenkonsum BKA

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