Beschwerde gegen das Hotel Berlin, Berlin

22.10.2010, Diverses

Das Bündnis "Rechtspopulismus stoppen" hat darauf aufmerksam gemacht, dass das Hotel Berlin, Berlin Anfang Oktober dem Rassisten Geert Wilders und seinem nicht weniger rassistischen Gefolge die Möglichkeit gab, in Berlin abzusteigen. Wie weitere GenossInnen aus der Fraktion habe auch ich ein Protestschreiben an das Hotel gesendet, das ich im Folgenden gerne dokumentiere:

Offener Brief zum Wilders-Auftritt im Hotel Berlin, Berlin


Sehr geehrte Frau Kausch,
sehr geehrter Herr Nissen,

das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ hat sich am 12. Oktober 2010 mit einem Offenen Brief an Sie gewandt. Darin wird kritisiert, dass Ihr Hotel am 2. Oktober 2010 dem Rassisten und Rechtspopulisten Geert Wilders ein Podium geboten hat, auf dem er erneut demagogisch gegen Musliminnen und Muslime Stimmung machen konnte. Ich teile diese Kritik und wende mich daher ebenfalls an Sie.

Sicher haben auch Sie in den vergangenen Wochen zur Kenntnis genommen, mit welcher rassistisch aufgeladenen Rhetorik in Deutschland wieder offen gegen MigrantInnen und hier besonders gegen Muslime gehetzt wird. Herr Sarrazin reiht sich da nahtlos in die Hasstiraden des Herrn Wilders ein, der in den Niederlanden bereits wegen Volksverhetzung angeklagt wurde.

Wilders vergleicht die Heilige Schrift der Muslime, den Koran, beispielsweise mit Hitlers “Mein Kampf”. Ziel dieser Hetze ist, Angst vor und Hass gegen muslimische Menschen zu schüren und sie öffentlich zu denunzieren. Es soll so ein Klima befördert werden, in dem rechte Gesinnungen wieder hoffähig wird.

Zu diesem Klima haben Sie wissentlich beigetragen. Sie haben durch den Auftritt des Rassisten Geert Wilders in Ihrem Hotel eine Präsentationsfläche geschaffen, die offensichtlich auch weitere Rassisten wie Uwe Meenen, Landesvorsitzender der NPD Berlin und Holocaustleugner Gert Walters anzog.

Ich finde es beschämend, dass ihr Hotel sich nicht dazu in der Lage sah, einer solchen Klientel den Zugang zu verwehren und stattdessen das Geschäft mit den Rassisten einging. Dass es auch anders geht, haben ihre Branchen-Kollegen in Köln bewiesen: Als 2008 Rechtspopulisten aus ganz Europa anlässlich des so genannten „Anti-Islam-Gipfel“ von Pro Köln anreisten und Tausende gegen diesen Besuch protestierten, mussten sie die Stadt wieder verlassen, weil ihnen kein Hotel eine Unterkunft bot, kein Restaurant sie bewirtete und auch kein Taxi sie beförderte.

Ich werde daher keine Gäste mehr bspw. im Rahmen von Besuchergruppen aus dem Wahlkreis bei Ihnen im Hotel unterbringen lassen und auch meinen Kolleginnen und Kollegen im Bundestag empfehlen, dies nicht mehr zu tun.

Mit freundlichen Grüßen

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