Berlin Unlimited - Studis & Jugendliche in der Hauptstadt

17.05.2016, News

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", halte durch den Bahnhof, als wir in Essen darauf warteten, dass der ICE Richtung Bundeshauptstadt einrollt. Mit 40 Jugendlichen, Studierenden und jungen Erwachsenen machten wir uns auf, das politische Berlin zu entdecken.

Als wir in Berlin ankamen, stand neben dem obligatorischem Check-In im Hotel, nichts weiter auf der Tagesordnung, als eine kurze Stadtrundfahrt. Hier zeigte man uns die üblichen Sehenswürdigkeiten und historischen sowie kulturellen Seiten Berlins. Für jeden, der noch nie in Berlin war, auf jedenfalls ein Muss, denn so hat man zumindest die ersten Eindrücke, wie Berlin eigentlich tickt.

Doch eine LINKE Wahlkreisfahrt wäre keine LINKE Wahlkreisfahrt, wenn wir nicht rebellisch wären. So gab es am zweiten Tag der Fahrt einen "rebellischen Stadtrundgang", der uns an revolutionären und kämpferischen Punkten der Stadt vorbeiführte: Von der bürgerlichen Revolution 1848 bis zur niedergeschlagenen Revolution 1918/19. Wir waren so aufgeregt, das wir glatt selber die rote Fahne schwingen wollten, um die Barrikaden zu erstürmen. Am Nachmittag stand der Besuch einer historischen Stätte an: Das Haus der Wansee-Konferenz. Jener Stätte, in der eines der größten Verbrechen der Menschheit koordiniert und geplant wurde: Die vollständige Vernichtung aller Jüdinnen und Juden. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren ob der hier geplanten Verbrechen schockiert und entsetzt, denn es ist etwas anderes davon zu lesen oder es mit eigenen Augen zu sehen. Wir waren uns alle einig: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des Parlamentarismus, zumindest fast - denn morgens besuchten wir zunächst die Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE, wo wir ca. zwei Stundenlang mit dem ehemaligen Bundessprecher der ['solid] und Kampagnenbeauftragten der LINKEN, Malte Fiedler, über Waffenexporte, Friedenspolitik und Kapitalismus diskutierten. Es macht Spaß, wenn so viele junge und engagierte Menschen über eine bessere Welt reden.

Danach hatte uns der parlamentarische Alltag wieder: Vom üblichen Besuch auf den Besucherinnentribünen im Plenarsaal, über das sehr hitzige Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Niema Movassat, bis hin zum Besuch in der Kuppel. Fast alle waren erstaunt, wie voll der Tag eines Bundestagsabgeordneten ist. Hier wird keiner mehr glauben, Abgeordnete wären faul.

Zu guter Letzt besuchten wir die Zeitungsredaktion der jungen Welt, einer der drei großen deutschen Linken Tageszeitungen. Ingo gab uns einen kleinen historischen Abriss über die Entwicklung der Zeitung. „Endlich mal was marxistisches“, sagte eine der Teilnehmerinnen und traf damit wohl den Kern einiger Mitreisenden. Naja, auch wenn der Termin nicht lang war, konnten wir etliche Sonderausgaben und Themenschwerpunkte frei Haus mitnehmen. Das hat bei einigen für glückliche Gesichter gesorgt.

Alles in allem – eine rote Berlin fahrt macht Spaß, gerne wieder so!

Daniel Kerekes, Wahlkreismitarbeiter Essen

Tags DIE LINKE Wahlkreisfahrt