Antrag DIE LINKE: Versöhnung mit Namibia - Völkermord anerkennen!

02.07.2015, Pressemitteilung Bundestag

„Verantwortung darf keine bloße Worthülse bleiben. Den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts verübte das deutsche Kaiserreich an den Herero, Nama, Damara und San. Deutschland muss die begangenen Verbrechen endlich offiziell als Völkermord anerkennen und sich für diesen in aller Form entschuldigen“, erklärt Niema Movassat, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung anlässlich der Einbringung des Antrags der Fraktion DIE LINKE „Versöhnung mit Namibia – Gedenken an und Entschuldigung für den Völkermord in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika“. Weiter sagt er:

„Der Bundestag muss nun den Mut aufbringen, diesen wichtigen Schritt zu gehen. Die vergangenen Bundesregierungen haben durch ihr taktieren viel Vertrauen verspielt. Ich begrüße, dass die Bundesregierung offenbar einen Dialogprozess mit Namibia begonnen hat. Neues Vertrauen erwächst aber nicht aus Hinterzimmerdiplomatie. Wir brauchen gerade bei diesem sensiblen Thema des Völkermords Öffentlichkeit in beiden Ländern.

DIE LINKE unterstützt mit diesem Antrag den Dialogprozess, der auch die Nachfahren der Opfer einbeziehen muss. Wer Schuld auf sich geladen hat, muss sich auch den legitimen Forderungen nach Wiedergutmachung stellen und zu einer gemeinsamen Lösung finden. Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung klar sagt: Was zwischen 1904 und 1908 im damaligen Deutsch-Südwestafrika geschehen ist, ist Völkermord gewesen und wir entschuldigen uns dafür bei den Nachfahren der Opfer.“

Hier finden Sie den Antrag

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