Antisemiten werden nicht geduldet

16.07.2014, Diverses

Leserbrief zum Bericht „Hitlerbilder, Antisemiten und die LINKE“, Neues Deutschland, 15.07.2014

Zunächst ist es bedauerlich, dass das Neue Deutschland in dasselbe Horn bläst wie zuvor die BILD Zeitung und die Ruhrbarone. Bezüglich beider Berichte hat die Webseite „Bildblog.de“ einen sehr guten Artikel verfasst und auf die journalistischen Fehler hingewiesen. Diese wiederholen sich jetzt leider auch im ND, indem widerliche  Facebook-Postings von Leuten, die nichts mit der Linken zu tun haben in den Verantwortungsbereich der Linksjugend geschoben werden.

Die Linksjugend vor Ort hat ihr Möglichstes gemacht und entsprechende Kommentare gelöscht. Wo soll also der Skandalwert bestehen? Der Skandal ist genau derselbe wie das Vorhandensein von Neonazis in diesem Land. Aber dafür trägt die Linksjugend genauso wenig Verantwortung wie für solche Facebook Postings.

Nun führt das Neue Deutschland die „Antifa Z“ als Kronzeugen für die Kritik an der Versammlung am Freitag in Essen an. Die Antifa Z hat nicht nur 2009 die Bombardierung Gazas verteidigt, sie mobilisiert auch eine Gegendemonstration am Freitag und stellt sämtliche Teilnehmer in die antisemitische Ecke. In ihrem Aufruf findet sich keinerlei Kritik an der Bombardierung Gazas, die mittlerweile über 190 Menschen, darunter auch viele Kinder, das Leben gekostet hat.

Das ND Artikel zieht Parallelen zu anderen Gaza-Demonstrationen und verweist darauf, dass dort antisemitische Sprüche fielen. Zum einen kann niemand während einer Versammlung eine Garantie für jeden Teilnehmer übernehmen – außer man machte nur noch Veranstaltungen mit drei Leuten. Zum anderen wurden die anderen Demonstrationen nicht von der Linksjugend organisiert und der LINKEN unterstützt. Insofern fehlt es auch an der Vergleichbarkeit. Es geht doch um folgendes: Diejenigen, wie die Antifa Z, die die Handlungen der israelischen Regierung gutheißen stellen jeden als Antisemiten hin, der den Staat Israel kritisiert. Das ist eine unfassbare Verharmlosung des Antisemitismus und der eigentliche Skandal.

Zudem haben die Veranstalter der Kundgebung am Freitag auch im Aufruf deutlich gemacht, dass sie antisemitische wie auch antimuslimische Statements nicht dulden werden und dafür alle Möglichkeiten des Versammlungsrechts nutzen werden.

Niema Movassat, MdB DIE LINKE, Essen

Der Leserbrief bezieht sich auf folgenden Artikel.

Foto: Makaristos [GFDLCC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

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